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Duisburg Innenhafen - 27.01.2012

 

 

Legoland will wohl vom Innenhafen ans Centro

legoland
Freizeitpark-Gigant Merlin Entertainment will sein „Legoland-Discovery-Center“ vom Duisburger Innenhafen zum Centro Oberhausen verlagern. Nach WAZ-Informationen soll das Klötzchen-Land dort Teil eines neuen Abenteuer-Areals unter dem Motto „Ozeane“ sein.

In Oberhausen wird Großes geplant – und Duisburg wird dafür um eine Attraktion ärmer: Nach WAZ-Informationen ist der Umzug des „Legoland-Discovery-Center“ vom Innenhafen in die Nachbarstadt Teil der Oberhausener Planungen.

Noch ist zwar nicht alles in trockenen Tüchern, doch aus vertrauenswürdigen Quellen war zu erfahren, dass der britische weltweit agierende Freizeitpark-Gigant Merlin Entertainment am Einkaufszentrum „Centro“ für über 20 Mio Euro ein riesiges Vergnügungsareal komplett neu plant.

Merlin betreibt derzeit an der Oberhausener Marina am Rhein-Herne-Kanal sehr erfolgreich das Sealife-Aquarium, das weltweit bei der Fußball-WM 2010 mit Krake Paul für Aufsehen sorgte.

Centro ist Touristenmagnet
Und Merlin will nun das 80.000 Quadratmeter große Gelände des bisherigen Centro-Parks zu einem Abenteuer-Areal unter das Motto „Ozeane“ mit Spielattraktionen, Tieren und Karussells umbauen. In diesem Rahmen will das Unternehmen sein „Legoland-Discovery-Center“ im Duisburger Innenhafen nach Oberhausen verlagern – und dafür ein neues Gebäude an dem Parkgelände bauen. Auf über 3000 Quadratmetern sollen hier Miniaturwelten aus Lego, Spielplätze mit zehntausenden Legosteinen und auch der Lego-Shop entstehen.

Als „super Location“ lobt eine Sprecherin von Merlin Entertainment Deutschland das Centro angesichts der Erfahrungen mit „Sealife“, das an der Marina jedes Jahr von Zehntausenden Besuchern besichtigt wird. „Die Kundenfrequenz ist sehr hoch, das Centro ist ein starker Touristenmagnet.“ Auch deshalb habe es immer wieder Pläne gegeben, das Legoland Discovery Center vom Duisburger Innenhafen in die Neue Mitte Oberhausen zu verlegen. Die aktuellen Gerüchte könne sie allerdings weder dementieren noch bestätigen, sagte die Sprecherin weiter.

Frage nach Nutzung des historischen Speichergebäudes könnte sich neu stellen Geplant ist nach WAZ-Informationen der schrittweise Ausbau des großen Areals am Centro: Schon Ostern 2013 soll die Eröffnung von Legoland gefeiert werden. Den „Ocean-Park“ will man danach schrittweise ausbauen, bis 2016 könnte er endgültig fertig sein.

2008 war die bunte Legowelt am Innenhafen heimisch geworden in einem der historischen Speichergebäude. Das war auch zuvor schon eine Attraktion für das ganz junge Publikum. Von 2004 bis 2007 war darin das Kindermuseum Atlantis untergebracht – eine Nutzung, die nicht allen gefiel. Denn zu der Zeit hatte sich der Innenhafen bereits als hochattraktive Büro-Adresse etabliert. Büros hinter Speichermauern hätten mehr Arbeitsplätze versprochen und auch die so dringend gebrauchten Gewerbesteuereinnahmen.

Sollten die Oberhausener Pläne verwirklicht werden, würde sich Frage nach der Nutzung erneut stellen. Wobei mit zu berücksichtigen wäre, dass in erheblichem Umfang öffentliche Gelder geflossen sind, um aus dem Speicher vor Jahren eine über Duisburg hinaus wirkende Kinder-Attraktion zu machen.

Keine Sorge vor Leerstand im Duisburger Innenhafen

„Zum jetzigen Zeitpunkt“ wolle man nichts sagen zu den Planungen in Oberhausen und zu einem eventuellen Weggang vom Innenhafen, hieß es am Donnerstag nur knapp beim Legoland-Discovery-Center. Auch zur aktuellen Zahl der Mitarbeiter war keine Angabe zu erhalten.

Auch der Eigentümer des historischen Speichers, der umfassend für das Kindermuseum umgebaut werden musste, die städtische Wohnungsgesellschaft Gebag, war noch nicht informiert. „Das höre ich zum ersten Mal“, erklärte Gebag-Vorstand Dr. Utz Brömmekamp gegenüber der WAZ. Wirtschaftlich sei sein Unternehmen aber zunächst einmal nicht betroffen, denn Mieter des Speichers sei ein Immobilienunternehmen, das seinerseits an Legoland weitervermietet habe.

Weggang ist "schade", aber keine Katastrophe Auch der Chef des Innenstadt-Entwicklungsgesellschaft IDE und quasi Nachbar in der historischen Speicherumgebung, Dr. Ralf Oehmke, war bisher nicht informiert worden. Gleichwohl reagierte er gelassen. Legoland sei eine „schöne Sache“ für Duisburg und ein Weggang „schade“, weil das Discovery-Center Kinder in den Innenhafen bringe.

Andererseits fürchtet Oehmke aber nicht, dass der Speicher lange ungenutzt bleiben könnte: „Das ist ein Standort, da kriegt man immer etwas Gutes hin.“

© WAZ 26.01.2012

 

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